4.11.2005 - Formel 1 News
Elftes F1-Team: Japaner gründen Super Aguri

Mit dem japanischen 'Super Aguri F1 Team' will vom nächsten Jahr an ein elfter Rennstall in der Formel 1 durchstarten und der europäischen Konkurrenz weiteren Druck machen. "Wir haben alle Hürden, die wir bis zum heutigen Zeitpunkt aus dem Weg räumen mussten, aus dem Weg geräumt", sagte Projektleiter Aguri Suzuki bei einer Pressekonferenz in Tokio. Unterstützt wird das Team vom japanischen Automobilhersteller Honda. Die Reifen liefert Bridgestone.
Bis zum Auftakt am 12. März in Bahrain muss das Team allerdings noch ordentlich Gas geben. "Wir befinden uns in einem Rennen gegen die Zeit. Es gibt noch eine Menge Arbeit zu erledigen", sagte Suzuki. Der Ex-Formel-1-Pilot, der von 1988 bis 1995 insgesamt 63 Rennen in der Königsklasse bestritt, ist bereits mit einem Team in der Indy Racing League vertreten und fiebert nun der Zustimmung durch den Internationalen Automobilverband FIA für die Formel-1-Premiere entgegen.
Gemäß Concorde Agreement, das die Abläufe der Formel 1 regelt, muss der Rennstall mit eigens produzierten Autos antreten. Die von 2006 an obligatorischen V-8-Motoren kommen von Honda. Beim Bau des Chassis sei man ebenfalls abhängig von der Rennerfahrung des Herstellers, gab Suzuki zu. Er widersprach allerdings Spekulationen, dass es sich um ein B-Team handele. Auch Honda-Motorsportchef Yasuhiro Wada hatte bereits klar gestellt, dass alle Entscheidungen vom Team getroffen würden: "Wir werden es in technischen Fragen unterstützen."
Allerdings dürfte Honda bei der Cockpit-Vergabe auf die Verpflichtung von Takuma Sato drängen. Der bei BAR-Honda - von der kommenden Saison an ein reines Honda-Werksteam - nicht mehr weiter verpflichtete Japaner gilt als heißester Anwärter. "Unser Ziel ist es, das Team aufzubauen, für das er gerne fahren möchte", erklärte Suzuki. Er schloss aber auch nicht aus, dass zwei ausländische Fahrer das Ziel realisieren sollen, "die aufgehende Sonne Japans auf das Podium zu bringen".
Rekord-Champion Michael Schumacher hatte seine Zustimmung für möglichen Zuwachs in der Formel-1-Familie bereits zum Ausdruck gebracht. "Ich finde das gut. Es würde dem Sport auf jeden Fall auch gut tun", hatte der siebenmalige Titelträger gesagt. Ob es möglich ist, binnen so kurzer Zeit das Team konkurrenzfähig zu machen, hatte Schumacher nicht beantworten wollen. "Ich kenne die Umstände nicht."
Bekannt ist nun aber, dass der Hauptsitz des Rennstalls in der japanischen Weltmetropole Tokio sein wird. Im englischen Leafield steht die Fabrik, in der an den Wagen mit Hochdruck gearbeitet wird. Medienberichten zufolge soll der Internet- und Kommunikations- Anbieter 'Softbank' als Sponsor in Frage kommen. "Ich kann aber erst genaue Auskünfte geben, wenn wir das Okay vom Internationalen Automobilverband haben", sagte Suzuki, der die entsprechenden Unterlagen letzte Woche bei der FIA einreichte. Die Präsentation des neuen Teams sei für Ende Januar oder Anfang Februar vorgesehen, kündigte der 45-Jährige an.
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4.11.2005 - Formel 1 News
Neues Qualifying-Format ab 2006
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Max Mosley darf sich als großer Sieger fühlen. Auf der Sitzung der Formel-1-Kommission in London erhielt der umstrittene Präsident des Automobil-Weltverbandes (FIA) für seine teilweise radikalen Vorschläge zu Regeländerungen für die Jahre 2006 und 2007 überraschend die Zustimmung. Das berichtet das britische Magazin 'Autosport Atlas'.
Die zunächst wichtigste Änderung betrifft das Qualifying. Die Formel-1-Kommission, bestehend aus zwölf Vertretern der Teams, acht Vertretern der Rennveranstalter, zwei Vertretern der Sponsoren, zwei Vertretern der Reifen- und Motorenhersteller sowie Formel-1-Chef Bernie Ecclestone und Mosley, entschied, das ungeliebte Einzelzeitfahren abzuschaffen und stattdessen ab der kommenden Saison das 'Knockout-Qualifying' einzuführen. Nach jeweils 15 Minuten werden die fünf langsamsten Autos vom weiteren Fahren ausgeschlossen. Die zuletzt verbleibenden zehn besten Piloten fahren dann 20 Minuten um die Pole Position. Die Anzahl der Runden ist zunächst beliebig, ebenso die Spritmenge und die Reifenwahl. Erst die letzten zehn müssen sich dann im Qualifying auf die Spritmenge für das Rennen festlegen.
Radikal: Halber Heckflügel kommt
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Nach nur einem Jahr kehrt die Formel 1 auch zum guten, alten Reifenwechsel zurück. Ab 2006 ist es wieder erlaubt, während der Boxenstopps die Reifen zu wechseln. 2007 folgt die nächste Stufe. Dann dürfen die Formel-1-Boliden wieder mit breiteren Reifen ohne Rillen fahren - wenn auch in einer schmaleren Version als die Slicks, die bis 1997 üblich waren. Ab 2007 schreibt die FIA zudem vor, dass es nur noch einen Reifenhersteller gibt. Dies dürfte nach jetzigem Stand Bridgestone sein.
Auch an eine neue Optik der Autos müssen sich Fans ab 2007 gewöhnen, denn selbst Mosleys radikales und revolutionäres Konzept für einen neuen Heckflügel (siehe Bild) nickte die Formel-1-Kommision ab. Mit seinem Vorschlag des zweigeteilten Heckflügels will der FIA-Boss die Formel 1 wieder attraktiver machen und insbesondere das wieder ermöglichen, wovon die Königsklasse lebt: Überholmanöver. Um in Zukunft das Überholen zu erleichtern, hatte der Automobil-Weltverband ein Forschungsprojekt gestartet. Dieses sieht vor, die Form des Autos so vorzuschreiben, dass ein hinterherfahrendes Auto durch die Luft des Vordermannes mehr Abtrieb aufbauen und zudem noch den Luftwiderstand reduzieren kann. Durch die aktuellen Regeln ist es umgekehrt: Bei zu dichtem Auffahren auf ein Fahrzeug geht der Abtrieb verloren und Überholen wird stark erschwert bis unmöglich.
Zusammen mit ihrem technischen Partner ’AMD’, der die Untersuchungen durchführte, präsentierte die FIA der Formel-1-Kommission den ’CDG-Flügel’. CDG steht für Centreline Downwash Generating Wing, was zu Deutsch etwa “in der Mitte Abtrieb erzeugender Flügel“ bedeutet. Das Flügel-Konzept muss noch von der Technischen Arbeitsgruppe der Formel 1 abgesegnet werden. Acht der zehn Teams müssen zustimmen. Mosley sieht das jedoch nur noch als Formsache, denn bei der Vorstellung zeigten sich die Team-Vertreter sehr angetan von seiner Idee.
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4.11.2005 - Formel 1 News
Niederlagen machen sympathischer
Die Frage nach seinem Rücktritt kann Michael Schumacher "nicht mehr hören", dafür formulierte der siebenmalige Formel-1-Champion seinen Wunsch für 2006 um so deutlicher. "In einem Jahr bin ich hoffentlich wieder Weltmeister", sagte er in einem Interview mit 'Motorsport aktuell'.
Es gäbe, so Schumacher, keinen einzelnen entscheidenden Punkt, der ihn dazu bringen könnte, seine Karriere nach der kommenden Saison zu beenden. So wäre es nicht entscheidend, ob die Schlüsselpositionen bei Ferrari weiter so besetzt sind wie jetzt oder die Italiener für 2006 ein konkurrenzfähiges Auto zur Verfügung stellen. "Es bringt eigentlich nichts, weiter darüber zu reden, weil für mich sehr viele Dinge wichtig sind,", sagte Schumi, "ohne jetzt ins Detail gehen zu wollen".
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Die neuen Regeln 2006 & 2007 Die FIA hat einschneidende Regeländerungen beschlossen. » neue Quali | |
"Dieses Hin und Her ist ein Witz"

Das Tauziehen zwischen FIA-Präsident Max Mosley und den Herstellern bezeichnet Schumacher als "Kindergarten", aber in Sachen neuer Qualifikationsmodus und ähnlicher Regeländerungen verteilt der erfolgreichste Fahrer aller Zeiten den Beteiligten eine Schelte: "Was mit dem Regelwerk veranstaltet wird, dieses Hin und Her, das ist ein Witz."
Von der Öffentlichkeit fühlt sich Michael Schumacher missverstanden, wenn es um seine Motivation geht. "Die Leute müssen generell verstehen, dass mein Spaß am Fahren die wahre Herausforderung ist und nicht, ob ich vorne wegfahren kann und keine Konkurrenz haben möchte. Das ist ja nicht Sport", führte der zweifache Familienvater aus. Dies führe aber nicht so weit, dass ihn Niederlagenserien wie in diesem Jahr nicht ärgern würden. Die Lust an der Formel 1 habe aber auch dies ihm nicht nehmen können. "Dass du hin und wieder frustriert oder sauer bist, ist in dieser Situation klar, aber alles andere gehört zum Tagesgeschäft", erklärte Michael Schumacher.
Noch immer hat Schumacher keine Erklärung dafür, warum er nach seinem Titelgewinn 2004 mit Ferrari in der abgelaufenden Saison meistens nur hinterhergefahren ist: "Es ist ziemlich offensichtlich, dass wir nicht mehr das beste Auto hatten und dass wir auch von den Reifen nicht immer gesegnet waren. Warum das so war, ist eine andere Sache, und es ist unsere Aufgabe, da die richtige Antwort zu finden."
"Respekt nicht verloren"
"Wirklich abgeschrieben" hatte Schumacher die WM "nach dem Rennen in der Türkei". Da habe er einsehen müssen, dass "der Zug abgefahren ist". Die Konkurrenten hätten den Respekt vor ihm aber dennoch nicht verloren. Vielmehr seien sie ihm sogar respektvoller begegnet. "Vom Zwischenmenschlichen her hat sich ja nichts geändert. Und du wirst ja in der Niederlage eher menschlicher und sympathischer", sagte Schumacher.
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4.11.2005 - Formel 1 News
Nicht Papa, sondern Häkkinen ist Nicos Vorbild

Nico Rosberg ist der vierte Deutsche in der Formel 1. Der 20-jährige Sohn von Ex-Weltmeister Keke Rosberg erhält einen Fahrer-Vertrag vom Williams-Team, für das er bereits als Testfahrer gearbeitet hat. Den siebenmaligen Weltmeister Michael Schumacher hält er "definitiv" immer noch für den besten Fahrer in der Königsklasse des Motorsports, erklärte Rosberg der 'Bild': "Es ist unglaublich, wie akribisch er arbeitet und sich immer verbessert. Alonso und Räikkönen haben vielleicht das gleiche Talent, aber nicht die Erfahrung. Wenn er das gleiche Auto hat wie die anderen, dann gewinnt er." Nico selbst hat sich für seine Formel-1-Karriere ebenfalls hohe Ziele gesteckt.
Nach Ihrem Titelgewinn in der GP2-Serie hatten Sie schon auf ein Cockpit bei Williams gehofft, wo Sie auch Testfahrer waren. Wann haben Sie erfahren, dass es wirklich klappt? Nico Rosberg: "Die Nachricht kam erst von Frank Williams über meinen Vater, kurz darauf hat es mir Williams dann auch persönlich gesagt. Es wurde immer ein bisschen konkreter, deswegen gab es nicht einen bestimmten Punkt, an dem die Riesenfreude kam. Aber jetzt ist es einfach gigantisch. Ich fühle mich sehr wohl im Team und freue mich auf die Zukunft. Es sind viele sehr kompetente Leute im Team, und ich denke, dass wir in sehr naher Zukunft wieder ganz oben sind."
Was nehmen Sie sich für das erste Jahr vor? Rosberg: "Das kommt auch auf das Auto an, da kann ich kein Resultat nennen. Mit einem Super-Auto muss man sich natürlich vornehmen, aufs Podium zu fahren."
Als Sie Anfang 2002 vom Kart in die Formel BMW umgestiegen sind, hätten Sie damals gedacht, dass Sie so schnell in der Formel 1 ankommen? Rosberg: "Überhaupt nicht. Dass ich jetzt Formel-1-Fahrer bin, ist einfach der Hammer."
Ist Ihr Vater stolz auf Sie? Rosberg: "Papa hat durch keine Tür mehr gepasst."
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